Subkommission für Jura-Stratigraphie

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SUBKOMMISSION FUER JURASTRATIGRAPHIE DES DEUTSCHSPRACHIGEN RAUMS

Paläogeographie des frühen Juras (Karte von Ron Blakey - University of Northern Arizona - jan.ucc.nau.edu/~rcb7).
Paläogeographie des frühen Juras (Karte von Ron Blakey - University of Northern Arizona - http://jan.ucc.nau.edu/~rcb7).
'Silberschnecken' - Pyritsteinkerne von Ammoniten aus dem Unteren Jura der Tongrube Mistelgau bei Bayreuth. Bild: C. Schulbert - www.gzn.uni-erlangen.de
'Silberschnecken' - Pyritsteinkerne von Ammoniten aus dem Unteren Jura der Tongrube Mistelgau bei Bayreuth. Bild: C. Schulbert - http://www.gzn.uni-erlangen.de

Nachruf für Michael Schudack (1954-2016)

Michael Schudack
Michael Schudack

Plötzlich und völlig unerwartet starb am 13.1.2016 Michael Schudack im Alter von nur 61 Jahren. Die Freie Universität Berlin, die mikropaläontologische Community und seine Weggefährten trauern um einen begnadeten Hochschullehrer, einen exzellenten Wissenschaftler und einen verständnisvollen und hilfsbereiten Freund. Er war bis zum letzten Tag seines Lebens in Lehre und Forschung aktiv und hinterlässt eine nur schwer zu schließende Lücke.
Michael Schudack wurde am 9.8.1954 in Gelsenkirchen geboren. Sein Diplomstudium in Geologie und Paläontologie schloss er 1979 an der Ruhr-Universität Bochum ab, wo er auch 1985 unter Betreuung von Hans Mensink seine Dissertation "Die Charophytenflora und fazielle Entwicklung der Grenzschichten mariner Jura/Wealden in den nordwestlichen Iberischen Ketten (im Vergleich zu Asturien und Kantabrien)" erfolgreich verteidigt hat. 1988 trat er eine befristete Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Institut für Paläontologie der Freien Universität Berlin an, wo er seine Charophyten-Studien vertiefen konnte. Nach seiner Habilitation an der FUB im Jahre 1993 (Habilitationsschrift: Die Charophyten in Oberjura und Unterkreide Westeuropas mit einer phylogenetischen Analyse der Gesamtgruppe) trat er von 1995 bis 1998 eine Assistenten-Stelle bei Hartmut Haubold in Halle/Saale an. Seit 1998 konnte er zunächst als Akademischer Rat, seit 2002 als Akademischer Oberrat in die Paläontologie der Freien Universität Berlin zurückkehren. 2005 verlieh ihm die Universität Halle, wo er zusätzliche Lehr- und Betreuungsaufgaben übernahm, die Professur h.c .
Er war ein hervorragender, verantwortungsbewußter und in gleicher Weise bei Studierenden und Kollegen beliebter Hochschullehrer mit überdurchschnittlichem didaktischen Geschick. Seine Studenten betreute Michael Schudack mit viel Geduld, Verständnis und Wohlwollen. Erst im Dezember 2015 haben ihm die Studierenden des Fachbereichs Geowissenschaften den Preis für den besten Hochschullehrer verliehen.
Michael Schudack war ein begeisterter Geologe und Paläontologe. Schwerpunkte seiner Forschung, in der er wegweisende Ergebnisse erzielt hat, waren die mesozoischen Charophyten, ihre Taxonomie, Phylogenie und Biostratigraphie. Leider konnte er seine mit ungebrochenem Elan in Angriff genommene Revision paläozoischer Charophyten (DFG Schu 694/25-1) nicht mehr zu Ende bringen. Er sicherte sich in der Fachgemeinschaft rasch einen internationalen Ruf, so dass er von 2001-2004 das Amt des Sekretärs der International Research Group of Charophytes (IRGC) innehatte. Die zusätzliche Integration einer soliden, taxonomisch fundierten Ostracoden-Forschung, die durch die erfolgreiche Zusammenarbeit mit seiner Frau Dr. Ulla Schudack (verheiratet seit 1982) gefördert wurde, versetzte ihn in die Lage, komplexe randmarine Schichtfolgen biostratigraphisch und paläoökologisch zu charakterisieren. Nach der Ausrichtung des 15. Internationalen Ostracoden-Symposiums im Jahr 2005 in Berlin fungierte er bis 2009 als Sekretär der International Research Group on Ostracoda. In dieser Zeit (2004-2007) war er auch Sekretär der Deutschen Subkommission für Jura-Stratigraphie und korrespondierendes Mitglied der International Subcommission on Jurassic Stratigraphy.
Seine breite fachliche Basis mikropaläontologischer Aktivitäten wird auch in verschiedenen Beiträgen zur Stratigraphie, Isotopen-Geochemie und Paläoklima-Rekonstruktion tertiärer Foraminiferen-Assoziationen deutlich.
Sein wissenschaftliches Vermächtnis umfasst neben mehr als 60 Tagungsbeiträgen knapp 80 Publikationen in nationalen und internationalen Journalen.
Leider konnte er seinen weiteren Leidenschaften, der Ornithologie und der Dendrologie, die aus einer innigen Verbundenheit mit der Natur erwachsen und als bevorzugte Beschäftigung für den Ruhestand vorgesehen waren, nicht mehr die gewünschte Zeit widmen.
Mit Michael Schudack haben wir einen geschätzten Mitarbeiter und guten Freund verloren. Der Umgang mit ihm war stets unkompliziert und durch sein legeres Auftreten, Bescheidenheit und Güte geprägt.


Helmut Keupp, Freie Universität Berlin

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