Subkommission für Jurastratigraphie

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SUBKOMMISSION FUER JURASTRATIGRAPHIE DES DEUTSCHSPRACHIGEN RAUMS

PalĂ€ogeographie des frĂŒhen Juras (Karte von Ron Blakey - University of Northern Arizona - http://jan.ucc.nau.edu/~rcb7).
PalĂ€ogeographie des frĂŒhen Juras (Karte von Ron Blakey - University of Northern Arizona - jan.ucc.nau.edu/~rcb7).
'Silberschnecken' - Pyritsteinkerne von Ammoniten aus dem Unteren Jura der Tongrube Mistelgau bei Bayreuth. Bild: C. Schulbert - http://www.gzn.uni-erlangen.de
'Silberschnecken' - Pyritsteinkerne von Ammoniten aus dem Unteren Jura der Tongrube Mistelgau bei Bayreuth. Bild: C. Schulbert - www.gzn.uni-erlangen.de

Nachruf fĂŒr Erich Brand (1914 - 2011)

Erich Brand (links) und Helmut Bartenstein (Foto: Heinz Malz)
Erich Brand (links) und Helmut Bartenstein (Foto: Heinz Malz)

Innerhalb kurzer Zeit sind drei der bedeutendsten MikropalÀontologen der deutschen Erdölgeologie gestorben, nÀmlich Helmut Bartenstein im Herbst 2010, Erich Brand am 28.2.2011 und Heinz Malz am 9.4.2011.

Erich Brand wurde am 23. MĂ€rz 1914 als Sohn des Studienrats Dr. Ernst Brand und seiner Ehefrau Frieda in Kolmar im Elsaß geboren. Nach dem 1. Weltkrieg musste die Familie nach Wiesbaden-Biebrich ĂŒbersiedeln, wo Erich Brand Volksschule und Gymnasium besuchte und 1932 das Abitur bestand. Im Herbst 1932 begann er zusammen mit Helmut Bartenstein ein Medizinstudium an der UniversitĂ€t Frankfurt, beide wechselten dann aber zur Geologie und PalĂ€ontologie. 1937 promivierte Erich Brand mit einer Arbeit zur MikropalĂ€ontologie und Stratigraphie des nordwest-deutschen Lias. Kurz danach erschien die ersten gemeinsame Arbeit mit Helmut Bartenstein (1937), im gleichen Jahr folgte eine Schrift ĂŒber Foraminiferen im Zechstein der Wetterau.

Dann kam eine siebenjĂ€hrige Zeit als Wehrgeologe. Erich Brand sagte, dass es Alfred Bentz war, der als Leiter des Instituts fĂŒr Erdölgeologie Direktor des Reichsamts fĂŒr Bodenforschung viele Geologen in der Erdölsuche beschĂ€ftigte und damit deren Einsatz an der Front verhinderte. Über Alfred Bentz kam Erich Brand "auf Befehl" im Jahr 1944 zur Wintershall nach Celle erlebte hier die Zerstörung der Erdölanlagen im letzten Kriegsjahr. Die Folgen des Krieges konnte Wintershall nur schwer und langsam ĂŒberwinden. Erich Brand wohnte in Westercelle auf einem Bauernhof und arbeitete nebenbei in einer Baumschule. Mit Genehmigung der britischen Besatzungsmacht konnten die Erdölwerke in Nienhagen und Emlichheim wieder aufgenommen werden. Bei den Erdölwerken Emsland fehlte es nicht nur an Material, sondern vor allem an FachkrĂ€ften. Nur langsam stellten sich erste Erfolge ein. 1951 wurde das erste Erdgas in der Region entdeckt, dann boomte das GeschĂ€ft mit Erdöl. Viele neue Felder wurden erschlossen, die bis 1955 bereits 1 Mio. Tonnen Rohöl lieferten.

Im Jahr 1957 kam Erich Brand mit dem Geologenstab in die neue Hauptverwaltung der Wintershall nach Kassel. Zu dieser Zeit entstanden zusammen mit Heinz Malz einige wichtige mikropalÀontologische Arbeiten, so die Ostracoden-Studien im Dogger (1961-62), und zusammen mit Karl Hoffmann eine vielzitierte Arbeit zur Stratigraphie und Fazies des nordwestdeutschen Jura und Bildungsbedingungen seiner ErdöllagerstÀtten (1963). Bartenstein, Brand und Malz beteiligten sich auch am Buch "Leitffossilien der MikropalÀontologie" (1962).

Wintershall dehnte nun seine internationalen AktivitĂ€ten aus und Erich Brand war von 1966 bis 1970 in Libyen als Erdölgeologe tĂ€tig. Nach seiner RĂŒckkehr nach Kassel leitete er die Erdöl-Exploration bis zu seiner Pensionierung 1979.

Jetzt hatte er Zeit fĂŒr Forschungen und lieferte wesentliche BeitrĂ€ge zum Geo. Jb. "Zum Ober-Bathonium (Mittlerer Jura) im Raum Hildesheim" (Brand et. al. 1990), in der er 32 neue Ostracoden-Arten beschreibt und einige Gattungen neu aufstellte.

Als Erich Brand schon Mitte Siebzig war, entschloss er sich, eine Mammutaufgabe in Angriff zu nehmen, nĂ€mlich die stratigraphischen Revision und die palĂ€ogeographische Interpretation aller Erdöl-Bohrungen im nordwestdeutschen Mitteljura. Als 1996 eine Publikation konkrete Formen annahm, standen nach der Wende plötzlich auch die Daten der DDR-Bohrungen zur VerfĂŒgung - mit einer ĂŒberraschend großen Informationsmenge. So verschob sich die Fertigstellung trotz Mithilfe vieler Kollegen von Jahr zu Jahr. Mittlerweile war Erich Brand weit ĂŒber 90, und es ist erstaunlich, dass er die Monographie trotz Achillessehnenriss und offenem Beinbruch fertig stellen konnte. Als die "Litho- und Biostratigraphie des Mittel-Jura (Dogger) in Bohrungen Norddeutschlands" (Brand & Mönnig 2009) in Druck ging, war er bereits 95 Jahre alt. Damit war seine Energie aber keineswegs erschöpft, zuletzt untersuchte er die Ostracoden-Gattung Fastigatocythere.

Erich Brand hat aus erster Ehe einen Sohn und zwei Töchter. Nachdem seine erste Frau frĂŒh verstorben war, heiratete er im Alter von achtzig Jahren ein zweites Mal.

Erich Brand gehörte von Beginn an zur informellen Gruppe der deutschen Jurageologen und trat 1971 der Subkommission fĂŒr Jurastratigraphie in der DSK bei. Bis zu seinem Tode war er eines der aktivsten Mitglieder.

Eckhard Mönnig

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